okay, okay, die resonanz war nicht wirklich überwältigend, aber sei es drum:
der spielbericht muss folgen!
schönen guten abend und herzlich willkommen meine damen und herren bei einer begegnung, die so sicherlich nur ein einziges mal in einem fussballerleben zustande kommt. denn die karriere des mannes, zu dessen ehre sich heute hier nicht nur die creme de la creme des hannoverschen fussballs zusammen gefunden hat, nein, auch aberhunderte zuschauer und anhängerinnen des blonden vorzeigevorstoppers sind gekommen, ja, die karriere dieses dauerläufers geht zu ende und ich verspreche ihnen sicherlich nicht zuviel, wenn ich ihnen heute ein fussballerisches feuerwerk verspreche, dass alles zu bieten hat, was diesen sport zu dem macht, was er ist.
doch halten wir zunächst einen moment inne und blicken zurück auf diese lange sportliche berg- und talfahrt, die der athletische mittelfeldmotor hinter sich gebracht hat. ja, eine emotionale geisterbahnfahrt haben andere das schon genannt, ich möchte nur soviel sagen: an glanzlichtern und höhepunkten war diese zeit sicherlich arm. doch das hat gocci gaab niemals davon abgehalten, weiterzumachen, nein, und da lebte er seinen sport ganz im sinne von torwarttitan oli kahn: es geht immer weiter, hat er, der lange kerl aus dem süden, sich auf seine persönliche fahne geschrieben. immer vorwärts, doch dann auch wieder hinter den ball kommen, gegen die lederkugel arbeiten und defensivarbeit verrichten. gerade das hat ihn in den augen all seiner trainer immer so wertvoll gemacht, so zuverlässig und gleichzeitig unberechenbar, denn emotionale ausbrüche und hasstiraden gegen den schiedsrichter gehörten ebenso dazu, wie die vielen clever genommenen fouls und kleinen beleidigungen im vorbeigehen.
ein mann mit zwei gesichtern, sagt man, ist er doch im leben neben der zweitschönsten sache der welt, ein eher ausgeglichener vertreter. doch das ist kein widerspruch, nein, das sind nur zwei seiten ein und derselben medaille, des selben menschen.
sehen wir uns einmal die beiden mannschaften an:
auf der einen seite, ganz in gelb, die bienen von der klusriede, die elf, die vor allem durch undiszipliniertheiten aufgefallen war im vergangenen jahr, und zu der der heutige ehrengast gerade deshalb so ausgezeichnet passte. die elf ist sicherlich stark aber auch nicht zu unterschätzen, denn der ein oder andere wichtige spieler fehlt heute auch, diese elf hat sich einiges vorgenommen, um hier nicht nur slamlomstangen zu spielen, nein, man will hier und heute zeigen, was man kann, und das ist gewinnen, so hat das der kopf der mannschaft ufuk sahin, das mittelfeldphantom vor dem spiel noch einmal bekräftigt.
wichtiger, ausgefallener, ja, ich möchte sagen: skuriler, ist aber die mannschaft in weiß, ja, passend sicherlich, denn ganz in weiß mit einem blumenstrauß, so wird gocci heute hier verabschiedet, und ebenfalls in weiß möchte seine mannschaft heute eine ballettreife vorführung bieten, denn, und das war schon immer so für den blonden blitz, er weiß, dass das publikum ansprüche hat, und die will er auch befriedigen!
in weiß also heute die gocciallstars, eine sammlung von genie und wahnsinn, ein team, das alles erreichen aber auch alles zerstören könnte, was in neunzig minuten möglich ist, eine bulldozer-trifft-vorschlaghammer-trupper, ein tornado der guten laune und des frohsinns. diese elf, nein es sind ja weit mehr als nur elf spieler, es sind 23 geworden, dieses team wird gras fressen, roten sand atmen und meter machen, ackern, laufen, grätschen, alles deutsche tugenden, die gocci zu dem gemacht haben, was er heute ist. doch, und da habe ich vorhin ganz genau hingehört vor dem spiel, als gocci sein team noch einmal eingeschwört hat, das wird nicht das wichtigste sein, nein, das wichtigste, und da kann ich nur zitieren, was die zentrale figur des heutigen spiels gesagt hat, das wichtigste wird sein, „dass wir heute spass haben!“ „habt freude am spiel, geniesst jeden ballkontakt, freut euch an euch, an den andern und am ball.“ das sind natürlich weise worte, weisheiten, die nur durch die lange, lange erfahrung und die reflektion über diesen sagenhaften sport zutage gefördert werden können.
doch zu spielbeginn sah es überhaupt nicht nach einem freundschaftlichen spiel zweier gleichberechtigter mannschaften aus. stattdessen gab es schon nach nur 5 minuten die ersten differenzen mit dem souverän leitenden schiedsrichter vildan rovcanin, der sich den zorn ebenjenes torphantoms ufuk sahin zuzog, als er ein faul am irakischen tempomonster daniel raad ahndete, das keines gewesen sein sollte. hitzige gemüter, hitziges wetter, fussball, ganz klar, dass es da zu auseinandersetzungen kommen musste. und gocci brachte auch alles verständnis dafür auf, war er doch selbst schon viel zu oft laut geworden.
nach ruppigem sart fanden die akteure dann aber doch zurück ins spielerische geschehen und so konnten die mitgereisten schlachtenbummler eine ansehnlich anfangsviertelstunde sehen, arm an höhepunkten, aber intensiv vor allem im mittelfeld geführt. danach setzte sich die individuelle klasse der eingekauften allstars durch und sehenswerte einzelaktionen brachten den mannen um gocci eine frühe führung. das wirkte auf die spartaner, diese bienen, wie eine kalte dusche und so plätscherte das spiel bis zur halbzeit etwas dahin, sicherlich auch den hohen, ja, sehr hohen temperaturen geschuldet. wahnsinnig heisses wetter, am spielfeldrand wenig wasser, mehr bier und die irrsinnige vorgabe, dass jeder spieler, der grade platz auf der auswechselbank nahm, sofort eine zigarette inhaliern musste, waren sicherlich nicht nur abträglich für die kondition sondern auch für die konzentration der recken um gocci gaab. um so schlimmer natürlich, dass dieser technikbolzen gocci ausgerechnet die guten russischen krebszigaretten geordert hatte und nun alle husteten.
lässt man selbst nach, dann nutzt ein guter gegner diese schwächephase, nur gut, dass auf der anderen seite eben kein guter gegner stand, sondern nur sparta, mit einem rotierenden christian kreil im mittelfeld, der überall war, aber dennoch nichts ausrichten konnte. so ging es also mit einer 2-tore-führung in die pause, die alle nutzten, um ein bier zu trinken und eine zigarette zu rauchen.
es lief alles nach plan.
eine pausenbesprechung wurde im bierseligen gestammel überflüssig und viel zu schnell pfiff der übereifrige rovcanin zum zweiten spielabschnitt. jetzt war man wacher, man wollte den fans und den freundinnen noch zeigen, was man für dicke eier hat. und so kam es denn auch, die allstars zogen in überzeugender manier davon, während die spartaner immer mehr zurücksteckten und sich in gegenseitigen vorwürfen verstrickten. so konnte auch ein an diesem tag schwach aufspielender gocci zu mehreren torchancen kommen, die er aber allesamt kläglich vergab. immer wieder waren es nämlich aussbahnflitzer robby echelmeyer und der ebenso starke ittakkerexpress gianluca bossio, die über die flügel den kopfballschwachen 2m-mann einzusetzen wussten. nicht unerwähnt bleiben darf dabei, dass dieser nervenkranke blondi sogar einen an ihm selbst verschuldeten strafstoß in jämmerlicher manier vergab, ehe er dann doch noch unter freundlicher mithilfe von spartakeeper alex kreil zu einem ehrentor an seinem ehrentag kam. auf der gegenseite dagegen liess der torwarthüne, der schattenboxweltmeister, der faustabwehrgott rené nichts zu und so zog man auf 7:3 davon. kein wunder, sah doch der bärtige ukrainer so furchterregend aus, dass sich viele der spartaner gar nicht in den strafraum trauten. fanstastisch!!!
die stimmung im fussballrund wogte hin und her, die fangesänge wurden lauter und undeutlicher, aber es wurde gegröhlt, was das zeug hält. stimmungpur. ich möchte sagen: gänsehautatmosphäre!
durch diese atmosphärische störung unaufmerksam geworden gestatteten die allstars den bienen von der emil-berliner-strasse noch ein oder zwei leichte treffer, die auch der zu diesem zeitpunkt im tor spielende gocci, der harald schuhmacher unter den jackett-kronen-trägern, nicht verhindern konnte. sagenhaft, es ging ein flüstern durchs stadion und wenn man genau hinhörte, dann verstand man: gooooooooottssscchhhhhhiiiiiiiiiiiiiii! flüster, flüster.
toll, toll, toll.
endergebnis, es war uninteressant. für die statistiker: rovcanin hatte ein 9:4 gesehen, war sich aber selbst nicht ganz sicher, ob es nicht doch mehr tore waren. aber masse macht es nicht aus, nein, die qualität der tore war das, was den spartacoach günter wieczorek verzückte, und so hob er flehend die hände zum himmel und bat den fussballgott dort oben, er möge diesen gocci noch einmal umstimmen.
es half alles nichts, das spiel war aus, aus, aus, ein abschliessendes elfmeterschiessen konnte am sieg der allstars nichts mehr ändern und so erging sich alles in wohlgefallen!
wer nicht dabei war, ich kann es nur so sagen, der hat etwas verpasst!
TOP!
Juli 10, 2008 um 12:12
Extrem unterhaltsamer Post!
Ich muss schon sagen: Dein Schreibstil gefaellt!
Man ahnt, dass das Spiel nur halb so interessant war, die Du es beschreibst;-)
Eine grosse Fussballerkarriere ist zuende.
Argentinien weint…